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Bild oben: Bürobesprechung

Medienfonds – Staatsanwaltschaft durchsucht Hannover Leasing

Kompromisslos, sehr geehrte Damen und Herren, agieren Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft München gegen die Medienfonds. Kaum war am Dienstag, den 13.11.2007, das Urteil gegen die VIP-Geschäftsführer Andreas Schmid (6 Jahre Haft) und Andreas Grosch (2 Jahre Haft auf Bewährung) vor dem Landgericht München gesprochen (vgl. 'k-mi’ 46/07), hat die Münchener Staatsanwaltschaft mit rund 70 Beamten die Geschäftsräume der Hannover Leasing sowie der involvierten Banken, Berater und private Wohnungen der Geschäftsführer durchsucht. Die Vorwürfe betreffen – wie bei der VIP – die Höhe der den Anlegern zugewiesenen steuerlichen Verluste. Betroffen sind (bislang) sieben der zwischen 2000 und 2002 platzierten Medienfonds. Hannover Leasing hat in diesem Zeitraum acht Medienfonds (HL 113, 114, 126, 128, 129, 130, 131, 142) mit über 1 Mrd. € Gesamtkommanditkapital emittiert. Damit hätte eine evtl. Auseinandersetzung gute Chancen, der VIP den Rang als größter Steuerstrafprozess in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland kurzfristig abzulaufen. Obwohl alles auf die gleiche Prozedur wie bei den VIP-Fonds hindeutet, gewinnt die Auseinandersetzung zwischen Fiskus einerseits und Medienfondsinitiatoren und Anlegern sowie der betroffenen Vermittler andererseits damit u. E. nochmals deutlich an Schärfe.

● Mit rund 37.000 Anlegern, über 13 Mrd. € Investitionsvolumen und ca. 8 Mrd. € Zeichnungskapital ist Hannover Leasing eines der ganz großen Flaggschiffe der Branche und eine 75%ige Tochtergesellschaft der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen ● Hannover Leasing wurden erstklassige Kontakte zur Finanzverwaltung nachgesagt und der Initiator galt bislang aufgrund der Vielzahl der bereits betriebsgeprüften Fonds und der dabei zutage getretenen geringen Abweichungen als steuerlicher Musterknabe (vgl. 'k-mi’-LB 04/07) ● Die GF Friedirch Wilhelm Patt und Dr. Dierk Ernst sowie der für die Medienfonds verantwortliche stellv. GF Andreas Ahlmann sind langjährig und mit hohem Sachverstand im Markt aktiv ● Die belasteten Fonds reichen bis ins Jahr 2000 und damit deutlich länger als bei VIP zurück. Dies könnte Anleger bei der nachträglichen Aberkennung der Steuervorteile und der Rückzahlungen, vor dem Hintergrund der i. d. R. 6%igen Strafverzinsung p. a. bei Steuern, hart treffen. k-mi’-Fazit: Direkt nach dem Urteil gegen die VIP hat sich die Münchener Staatsanwaltschaft mit der Durchsuchung bei der Hannover Leasing das nächste Großverfahren an Land gezogen. Der Angriff auf eine Landesbank-Tochter, die Größenordnung der betroffenen Fonds und der lange zurückreichende Zeitraum sind u. E. Indizien dafür, dass sich die Staatsanwaltschaft hier ihren Argumenten relativ sicher zu sein scheint. Damit dürften auch die Defeasance-Modelle anderer Initiatoren in höchster Gefahr sein. Wir haken nach! Quelle: kapital-markt intern vom 23.11.2007, Ausgabe 47/XXXI, Seite 1

Börse-online.de - Von Renate Daum, 22.11.07: Hannover Leasing GmbH & Co. KG - Schon wieder werden die Ermittler bei einem großen Anbieter Geschlossener Medienfonds aktiv. Auch den Zeichnern von sieben Medienfonds der Hannover Leasing GmbH & Co. KG aus den Jahren 2000 bis 2002 drohen nun wohl Steuerprobleme. Ähnliches ist bei weiteren Emittenten mit ähnlich konstruierten Fonds zu erwarten (Börse-online.de - Von Renate Daum, 22.11.07)

Der renommierte Anbieter Geschlossener Fonds hat mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft München die Geschäftsräume durchsucht hat. Hintergrund seien steuerliche Ermittlungen bei sieben Medienfonds aus den Jahren 2000 bis 2002. Die Anleger seien unverzüglich informiert worden. Mit Hannover Leasing-Fonds wurden unter anderem Teile der „Herr der Ringe“-Trilogie finanziert.

Hannover Leasing habe steuerrechtliche Fragen mit den Finanzbehörden, sowohl mit den Veranlagungsstellen wie der Betriebsprüfung, intensiv erörtert, heißt es in der Mitteilung: „Dabei wurde zu keinem Zeitpunkt der Eindruck vermittelt, dass die Finanzbehörden Unregelmäßigkeiten bei den betroffenen Medienfonds sehen, welche die Aufnahme der Ermittlungen bei der Hannover Leasing erklären würden.“ Friedrich Patt, Sprecher der Geschäftsführung, betonte: „Wir sind sicher, dass die Ermittlungen die Richtigkeit unserer Konzeptionen bestätigen werden.“

Die Konzeption, die Hannover Leasing verwendete, war in der Branche weit verbreitet. Sie waren leasingähnlich konstruiert. Anleger konnten dem Modell zufolge in den Anfangsjahren ihre Steuerlast drücken, weil durch die Produktionskosten für die Filme Verluste anfielen. Zugleich mussten die Anleger nicht ernsthaft mit einem Totalverlust ihrer Einlage rechnen, selbst wenn die Filme floppten. Allerdings sind an die Anerkennung der Betriebsausgaben bei Filmfonds Voraussetzungen geknüpft. Die Frage ist nun, ob diese Bedingungen bei den fraglichen Fonds erfüllt waren oder nicht.

Bei VIP, einem anderen großen Filmfondsanbieter mit dieser Konstruktion, wurden etlichen Anlegern Steuervorteile wieder aberkannt. Ähnliches droht nun Anlegern der Medienfonds bei Hannover Leasing. Auch weitere Anbieter dürften noch ins Visier der Ermittler geraten. Bei Apollo Media und Equity Pictures war die Staatsanwaltschaft bereits zu Besuch.